ÖTZTALER HEIMAT- UND FREILICHTMUSEUM, GEDÄCHTNISSPEICHER ÖTZTAL

 

Geschichte erleben im Museum in Lehn bei Längenfeld

Das Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum ist ein Ort, an dem sich das Ötztal „b’sinnet“, ein Raum des gemeinsamen Erinnerns und des Sammelns für die Zukunft. Hier begegnet uns das, was uns die (vorwiegend bäuerlich geprägten) Menschen aus dem Ötztal aus früherer Zeit hinterlassen haben. Das Museum lässt ihren Lebensraum und Lebensstil, ihre Arbeitswelt und ihren Alltag im Ötztal bis in die 1950er Jahre lebendig werden. P1020323

Es klappert, es rauscht, es rüttelt …

… so klingt die „Musik“ des 19. Jahrhunderts, als im Ötztal noch Flachs angebaut und daraus Leinen gewonnen wurde. Und sie ist heute noch im Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum zu hören. Vom Lehnbach betrieben setzen sich Säge, Mühle und – einzigartig – Flachsschwinger und Flachsbrecher in Bewegung und machen Geschichte zum Anfassen möglich. Kaum betritt man eines der 10 Gebäude im weitläufigen Museumsgelände, fühlt man sich in eine andere Welt und Zeit versetzt. Originale Möbel, Arbeitsgeräte und Anlagen ermöglichen einen mühelosen Zeitsprung. Das Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum gibt Einblicke in eine heute beinahe unbekannte Welt – voll von notgedrungener Bescheidenheit und beinahe provoziertem Ideenreichtum. Dadurch, dass das Museum lebt – der Flachs wird angebaut und weiterverarbeitet, die Mühle mahlt, in der Säge werden Bretter geschnitten, der Speicher speichert – werden die Spuren von Gestern verständlich und anschaulich.  

Häuser erzählen Geschichten

Häuser erzählen die Geschichten und Erzählungen von Generationen und lassen die Erinnerung an das Wohnen, das Arbeiten, die Kultur von Menschen lebendig werden. Das Ensemble des Museums bekam seinen Charakter durch alle dortigen Bewohner seit dem 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Den Kern des Museums bildet ein Paarhof, die am meisten verbreitete Hofform im Ötztal, mit einem Vorrats-Speicher, ergänzt durch landwirtschaftliche Anlagen. Das stattliche Mittelflurhaus aus dem 17. Jahrhundert mit seinem gewölbten Hausgang und Keller ist das Hauptgebäude der Museums-Anlagen. Das massive Steinhaus wurde bis 1951 bewohnt und zeigt heute die Wohn-Verhältnisse um 1900. Weitere Räumlichkeiten dienen als Ausstellungsräume und sind speziellen Themen, wie der Milch-, Flachs und Wollverarbeitung gewidmet. Eine Schulstube – um 1920 – sowie eine Hof-Werkstatt mit Geräte-Sammlung vervollständigen die Dokumentation einer vergangenen bäuerlichen Lebens- und Arbeitswelt. Im Gegensatz zum behäbigen Mittelflurhaus steht das Seitenflurhaus aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde bis 1965 bewohnt und vermittelt einen guten Eindruck davon, unter welch ärmlichen Verhältnissen ein Teil der Bevölkerung im Tal lebte, veranschaulicht z. B. durch die lichtarme Rauchküche mit einem Fußboden aus Steinplatten und gestampftem Lehm. Zum Ensemble gehören auch Stall, Stadel, Garten, Schwinghütte, Pluil (Flachsbrecher) sowie Pfostenspeicher. Und die Säge sowie die Mühle sind nicht nur Schaustück, sondern werden durch den vorbeifließenden Lehnbach betrieben.  

Gedächtnisspeicher Ötztal – Gedächtnis des Tales

Wohl einzigartig ist der Gedächtnisspeicher in Lehn 23b, einem alten Bauernhaus mit gotischen Kern. Vieles, was es über das Ötztal zu wissen gibt, wird hier gespeichert: Erinnerungen an gestern, Wissen von heute, Erwartungen an morgen. In Texten, Bildern, Audio- und Filmdokumenten öffnet das Ötztal sein Gedächtnis, enthüllt seine Geheimnisse und führt zurück zu den Wurzeln. Samt Ötztaler Mundart, immaterielles nationales Kulturerbe der UNESCO. Als „Gedächtnis des Tales“ hilft der Gedächtnisspeicher Ötztal, das geistige und kulturelle Erbe des Ötztales zu bewahren, zu erforschen und der Bevölkerung sowie Interessierten zugänglich zu machen. Gerade im Zeitalter der Globalisierung ist ein bewusster Umgang mit regionalen Eigenheiten, kultureller Divergenz sowie gewachsenem Sozialkapital unabdingbar.

Näheres zum Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum finden Sie HIER

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