TURMMUSEUM OETZ

 

Von der Galerie zum alten Ötztal zum Turmmuseum Oetz

Ein Besuch im Turmmuseum Oetz gleicht einem Eintauchen in die Geschichte des Ötztals und seiner Umgebung auf vielfältigste Weise. Das Turmmuseum ist im ehemaligen Landadelssitz „Turm zu Oetz“ untergebracht, der bereits im Mittelalter einer Adelsfamilie als Wohnsitz diente und ab dem 17. Jahrhundert Verwaltungssitz der Güter des Klosters Frauenchiemsee im Ötztal war. Schon das Gebäude selbst beeindruckt durch verschiedene Baustile und unterschiedlichste Räumlichkeiten. Diese geben Einblicke in die ärmlichen, mittelalterlichen Wohnverhältnisse, zeigen zugleich aber auch großzügig eingerichtete Räume der Neuzeit. Im Fokus des Turmmuseums stehen aber die zahlreichen ausgestellten Bilder, Skulpturen und Fotografien, die durch laufende Sonderausstellungen zum Ötztal, seinen Alpen, zu Kunst und Tourismus ergänzt werden.  

Kunstsammlung Hans Jäger

Der Oetzer Galerist und leidenschaftliche Kunstsammler Hans Jäger war bereits als Kind ständig auf der Suche nach Dokumenten der Tiroler Alltagskultur. Von Möbeln, Alltagsgegenständen und Marterln über Fotoalben und Briefe bis hin zu Zeichnungen und Bildern sammelte er alles und entdeckte dabei auch so manche Perle der Kultur- und Kunstgeschichte. In den 1980er Jahren baute er den Stadel seines Hauses in der Piburgerstraße zur „Galerie zum alten Ötztal“ um. Diese war gedacht als ideeller Gegensatz zum Strom der Zeit, der viele Kulturgüter im ländlichen Raum vernichtet, über geschichtlich gewachsene Substanzen rücksichtslos hinweg geht und damit die Landschaft geistig arm werden lässt. Die Galerie zum alten Ötztal ist der Vorläufer des heutigen Turmmuseums, in das Hans Jäger später seine umfangreiche Sammlung einbrachte. 2003 erwarb das Land Tirol die Sammlung und sicherte so ihren Bestand für das unter der Ägide von Jäger eingerichtete Turmmuseum Oetz.  

Der Turm – Geschichte von Jahrhunderten

Kaum ein Ort in Nordtirol kann seine geschichtliche Entwicklung anhand seiner Gebäude so beeindruckend nachweisen wie Oetz. Eines der wertvollsten Häuser davon ist der Turm, der durch mehrere Baustile geprägt wurde und so heute noch mit baulichen Besonderheiten, von der Romantik bis in die Gegenwart, seine BesucherInnen überrascht. Das gegenwärtige Aussehen des Turms stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Nach einer gründlichen Renovierung präsentiert er sich heute wieder in alter Schönheit und vermittelt unseren Zeitgenossen aufs Neue seine hohen Ansprüche. turmmuseum_innen05

Schwerpunkt Malerei

Die frühen Werke im Turmmuseum sind vielfach religiösen Themen gewidmet, denn die große Spezialität des Hauses – die alpine Landschaftsmalerei – existiert erst seit rund 200 Jahren. Der Schwerpunkt im Turmmuseum liegt bei Bildern von Malern des 19. sowie beginnenden 20. Jahrhunderts. Viele dieser Künstler waren bei der Entdeckung der Ötztaler Alpen durch Reisende/Fremdenverkehr zur Sommerfrische dabei und haben kostbare Spuren hinterlassen. Der Blick über die Ötztaler Alpen vom vorderen Tal aus bestimmt den Inhalt dieses qualitätsvollen Bildmaterials, das viel über die Region aussagt und sie auch von ihrer besten Seite zeigt. Neben diesen Schätzen kommt im Turmmuseum auch jene starke, originelle Volkskunst zur Geltung, wie es sie früher im vorderen Tal gab. In Abständen wird auch der Fotografie immer wieder Platz eingeräumt, nicht nur als künstlerischer Äußerung, sondern auch als topographischem Beweis. Außerdem sollen auch bekannte Persönlichkeiten des Tales, die andernorts Karriere gemacht haben, zur Geltung kommen. Der bekannteste unter ihnen ist der Barockbildhauer Matthias Bernhard Braun, dessen Werk erstmals von Hans Jäger publiziert wurde. Die Sammlung Jäger gilt heute als eine der bedeutendsten volkskundlichen und kunstgeschichtlichen Privatsammlungen des Alpenraums. Ergänzt wird sie durch laufend wechselnde Sonderausstellungen, die nicht nur Leben in den Turm bringen, sondern häufig auch der Pflege der heimischen Besonderheiten dienen, die in großen Institutionen oft zu kurz kommen.

Näheres finden Sie HIER

 

Galerie

Standort